Bärenyoungsters bleiben routiniert gegen die Routinierten

Auswärtsspiel gegen BTV 1850 – Handball in Kreuzberg IV

Bei sonnigen spätsommerlichem Wetter fanden sich die Bären am letzten Sonntagnachmittag, wie so häufig in den letzten Jahren, mal wieder in der netten Halle am Landwehrkanal gegen die Viertvertretung des Kreuzberger Großvereins BTV ein.
Dort erwartete uns ein Gegner, der in seiner Konstellation auch ganz easy um die Berliner Ü40-Meisterschaft mitspielen könnte, jedoch lieber mit den jungen Wilden in der Bezirksliga um Punkte kämpft.
Dass wir mit unserem Altersschnitt mal auf deutlich ältere Gegenspieler treffen in dieser Saison, so in der älterer Bruder bis junggebliebener Onkelkategorie, hatten wir sicherlich nicht auf dem Zettel.
Dass die Kreuzberger kein lahmes Kanonenfutter sind, hatten sie letzte Woche bei dem Sieg gegen HSG Kreuzberg 3. Herren bewiesen.

So entsponn sich in den 60 Minuten eine munteres Bezirksligaspiel, wobei beide Seiten jederzeit auf Augenhöhe waren.
Wir mussten mit den Ausfällen von Missi und Jörg im Rückraum einige kreative Lösungen suchen.
Wie sich herausstellen sollte, machte uns das unausrechenbarer im Verlauf des Spieles. Tobi durfte seine Premiere auf Halblinks feiern, bei der er viele Überraschungsmomente produzierte. Zumeist auch positiver Art. 😉

In der ersten Hälfte durften wir schnell die Stärke der Gastgeber spüren. Der stark rotierende Rückraum brachte mit seinen Kreiselbewegungen unsere Abwehrmitte einige Male gehörig ins Schleudern. Der Schalker Kreisel wäre stolz gewesen.
Diese Bewegung wurde desöfteren mit präzisen Rückraumwürfen abgeschlossen, die Schwutte anfangs vor Probleme stellte.
Einige Korrekturen später brachten wir diesem taktischen Offensivmittel die notwendige Cleverness und Härte entgegen, so dass sich der Vorsprung für uns bis auf drei Tore erweiterte.

In der Offensive hatten wir die erwartbar harte Kante im Kreuzberger Mittelblock zu bearbeiten.
Durch flinke Körpertäuschungen auf den Halben und einer deutlich verbesserten Anstoßbewegung des gesamten Offenivverbundes konnten die angejährten Hüften der Gegner zum Schwitzen gebracht werden und mehrere einfache, aber auch gründlich herausgespielte Tore erzielt werden.

Bei dem Reifegrad beider Teams hätte man sich auch eine angenehm gemütliche, mit vielen Atempausen versehende Spielgeschwindigkeit vorstellen können, die für alle Spieler unaufgeregte 60 Minuten bedeuten würde.

Aber der alleinpfeifende Offizielle an diesem Nachmittag hatte eine andere Interpretation von „Spielleitung in der Bezirksliga“ gelesen.
Ihm müssen wohl einige Blätter aus dem Sonderheft „Tempoprovokative Spielleitung in der Verbandsliga“ dazwischen gerutscht sein.
Wohlgemerkt hüben wie drüben hob er wie Manuel Neuer nach jedem Gegentor seine pfeifenfreie Hand blitzschnell, nachdem der Ball höchstens anderthalbmal durch die Reihen geflogen war.
Vielleicht wollte er insgeheim dem Publikum und sich mehr Action, Aufregung und Schärfe im Spiel gönnen, die es ohne diesen „Kniff“ garantiert nicht gegeben hätte.
Ausgeglichenheit und Ruhe auf dem Parkett, Spielzüge und ausgespielte Auslöseaktion erlebt man zwar so nicht, aber Sinnsuche ist vielleicht auch nicht bei jedem Spielleiter zu erwarten.
Nach dem Spiel erklärte er zumindest, dass man nach 40 Sekunden den Arm zu heben habe. Das steht dann wohl eher in dem Sonderheft:
„Absurde Pfiffe, und wie ich mir beim 6. Ouzo die Begründung dazu ausdachte“

Aber genug vom Schiedsrichter.
Das Spielgeschehen blieb weiterhin kampfbetont. Blaue Flecken, Kneifspuren und andere Blessuren waren die Trophäen des Tages.
Anders als am 1. Spieltag hatten die Bären aber bis zum Ende ihre innere Gelassenheit und Ruhe behalten.
Abgeklärt nutzten wir die wenigen Lücken, die sich auftaten, liefen sogar den einen oder anderen unerwarteten Konter zu Ende und behielten die Kreuzberger immer auf 2-3 Tore Distanz.
Als dann die Gastgeberbank auch noch deutlich lauter wurde, als die Gästebank, beschwerend über die schon erwähnte schiedsrichterliche Interpretationsweite, hatten wir mehr als nur die halbe Miete eingefahren.
Pami, der in der Halbzeit dankenswerterweise zu uns stieß, konnte auch noch seinen kräftigen Beitrag dazu leisten, dass wir das Spiel mit einem dann schlussendlich verdienten 22:19 für uns entschieden.

Wertvoll war zu sehen, dass wir eine Sicherheit und Ruhe erlangt haben, und uns nicht von Härte oder irritierenden Schiedsrichterentscheidungen aus dem Spielfluss bringen lassen. So kann es weitergehen.
Nach zwei Spielen mit 4:0 Punkten gibt es noch nichts zu feiern, aber nachdem wir letzte Saison mit zwei herben Niederlagen gestartet sind, lässt sich so schon viel behüteter arbeiten und in die nächsten Herausforderungen gehen.

Am nächsten Sonntag gibt es das erste Heimspiel im geliebten Glambecker Dom gegen die Drittvertretung des BFC Preussen Handball.

Bis dahin wünsche ich euch eine knusprige Woche und FESte Grüße von eurem Jesus.

#DieBärenSindZurück
#GierigeBären
#RoutineGehtAuchJung

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