Bären erringen sich 2 Punkte im unendlichen Duell

Heimspiel gegen TSV Marienfelde Handball

Ich trete hier heute mal an das Schreibbrett, um die Redewendung „verdient gewonnen“ aus meinem Sprachgebrauch zu streichen.
Zumindest was den handballerisch sportlichen Wettbewerb angeht, hat sich diese Phrase für mich spätestens seit dem letzten Sonntagvormittag als völlig unangemessen erwiesen.
Begründet ist dies im Verlauf des allmählich als Bezirksligaknaller zu bezeichnenden Spiels zwischen der SG FES II und dem TSV Marienfelde.

Aber von vorne:
Geschwächt mit dem Fehlen von 2 starken Rückraumspielern und weiteren Ausfällen, aber dennoch mit Siegeshunger, gingen wir in die Auseinandersetzung mit dem Tabellenvierten.

Die Gäste wollten sich in den ersten 15 Minuten sichtlich nicht, wie im Hinspiel, erneut überrumpeln lassen.
So war schon nach kurzer Zeit die Betriebstemperatur erreicht. Bissige Zweikämpfe, genaue Anspiele, agressives Draufgehen und emsige Lückensuche auf beiden Seiten versprachen schonmal spannende 60 Minuten.

Über die Außen kamen wir dann vermehrt zu klaren Abschlüssen und konnten uns mit 3 Toren geringfügig absetzen.
Doch aus dem 11:8 wurde durch nachlässige Rückzugsarbeit unsererseits und konsequenterer Chancennutzung der Südberliner ein 12:13 nach 30 Minuten.

Das war noch kein Grund zum Nervöswerden.
Der Coach wiederholte neben kleiner Taktikkorrekturen mantraartig die gleichen Worte wie vor dem Spiel: Höhe egal, Sieg ist das einzig wichtige.

So ganz schienen diese Worte in Minute 31-40 noch nicht in die Bärenhirne gesickert zu sein.
Die Marienfelde setzten sich auf 13:17 ab.
Die nicht ganz unberrechtigte Frage, was wir denn nun eigentlich in dieser Saison wollten, ließ sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so leicht verdrängen.

Doch der Bär war noch versickert, er stemmte sich heraus aus dem Sumpf und konnte trotz Widrigkeiten wieder ausgleichen.
20:20… Zwölf Minuten vor Schluss….

Dem bis dahin recht annehmbar pfeifenden Neutralen entglitt dann zusehends die Souveränität. Alleine pfeifen ist nie dankbar, erst recht nicht bei einem solch aufgeregten Spiel. Aber beide Mannschaften mussten immer mehr kuriose Pfiffe hinnehmen.
Unserem Team sollte wohl beigebracht werden, sich meterweit vorm 6-Meter werfend zu positionieren. Anders sind die 6 Übertreten-Pfiffe nach Tor nicht zu erklären.

Die Stärke der Bären war nun endlich im mentalen Bereich.
Die Entscheidungen „meistens“ ignorierend und um die eigene Chance zum Sieg jederzeit witternd, konnten wir endlich wieder in Führung gehen. 22:21
Missi behielt trotz erstem verworfenen 7-Meter die Nerven und setzte einen unhaltbaren Strafwurf nach dem anderen ins Netz.
Auch das Abräumen nach Außen und die Anspiele an den Kreis funktionierten erfolgsversprechend.
Doch waren die Gäste damit allein noch nicht bezwungen.
Trotz 2-Tore Führung 3 Minuten vor Schluss, Ballbesitz, 1 Tor vor und Auszeit 42 Sekunden vor Schluss konnten nicht verhindern, dass sie noch ein letztes Mal zum Wurf kamen.
Nachdem es in den Minuten davor zum etwas gehäuften Privatduell des Bärengoalie mit den Marienfeldern kam, war es in der Schlusssekunde „nur“ ein Freiwurf von halblinks.
Weil nicht schon genug Dramatik im Spiel gewesen war, versagten unserem Michi, der ganz außen in der Mauer ähh kauerte,
die nötigen Kräfte, um die Arme hochzureißen.

Dennoch konnte der Ball abgewehrt werden.
Ein Sieg mit den letzten Körnern, den wir dann feiern konnten.
Aber auch der TSV hatte bis zum Ende kämpfend eine starke Partie gezeigt, die sicherlich einen Sieg verdient gehabt hätte.

Und da komme ich wieder zum Anfang meines deutlich zu lang geratenen Berichtes.
Der Duden spricht davon, dass etwas verdient ist, wenn es der Leistung gemäß erhalten wurde.
Wer das Spiel gesehen und erlebt hat, wird zugeben, dass diese Kategorie in den Mülleimer gehört.
Jeder ist an seine Grenzen gegangen und hätte als gesamtes Team den Sieg verdient gehabt, gemäß seiner Leistung.
Das könnte insofern auch für ein Spiel gelten, bei denen beide Mannschaften 10 Tore trennen.
Jeder geht über die Grenzen seiner Möglichkeiten hinüber, und verliert trotzdem ein Spiel. Das hat wahrlich nichts mit Verdienst zu tun. Erst recht nicht bei dem heute beschriebenen Spiel.

Von daher sind wir nur der glücklichere Gewinner dieser wichtigen 2 Punkte und wünschen den Marienfeldern noch ein erfolgreiche Restsaison.

Für uns wird es weiterhin spannend werden. Von Platz 1 bis 5 ist alles noch rechnerisch möglich.
Beim Tabellenführer Handball-Rudow IV in 2 Wochen gehen die heißen Spiele weiter.
Wie die Saison gezeigt hat, sind die in der Tat ärgerbar. 😉

Bis dahin müssen wir weiter hart arbeiten.

Wir wünschen euch ein schönes Wochenende und FESte Grüße von eurem Jesus!

#SoweitDieBärenFüßeTragen

 

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