Mit nassen Füßen davongekommen

Auswärtsspiel gegen SG OSC-Schöneberg-Friedenau IV

Nachdem das letztwöchige Heimspiel schon wie eine Waschmaschinentour für uns war, wollte ich euch eigentlich vor 2 Berichten derselben Art bewahren. Aus Analysegründen und wegen der Penibilität des Autors war das dann doch nicht möglich 😉
Denn auch der Besuch im regenbogenfarbenen Schöneberg war keine gemütliche Dampferfahrt.

TEIL 1

Also gibt es hier einen kurzen Abriss der bitteren Heimniederlage gegen SG GM / BTSV 1850 – Die Männers.

Das Unentschieden aus dem Hinspiel hinterliess einen faden Nachgeschmack, ob der merkwürdigen Pfeifleistung des heimischen Trainers und einem leicht alkoholisierten Kampfgericht, das mit der Protokollführung überfordert war.
Das kann man natürlich auch anders verstehen, muss man aber nicht.
Soviel zu den Nichtigkeiten.
Jetzt zum Spiel:
Stark startend, intensive Zweikämpfe führend und die meisten Chancen nutzend gingen wir verdient mit einer 16:12-Führung in die Pause.
Nach dem Wiederanpfiff hielt die notwendige Spannung für so ein Spitzenspiel nur 5 Minuten. Nach dem schon genannten 18:13 versuchten die Gäste mittels wilden Aktionen auf beiden Seiten uns aus dem Konzept zu bringen.
Was jeden Zuschauer zum Schmunzeln brachte, irritierte die Bären jedoch über annähernd den Rest des Spiels.
Besser umschrieben wäre es wohl, wenn man sagt wir ließen uns irritieren.
Mit dem Vorsprung, dem Selbstvertrauen aus der bis dato erfolgreichen Saison und der teils größeren Erfahrung, hätte man von uns eine reifere ´Reaktion erwarten können.
Doch läuft so ein Ballspiel leider nicht immer wie auf der Konsole.
In der Verteidigung verloren wir jede Bindung und jeden Bewegungswillen. Vorne warfen wir den an diesem Tag durchschnittlichen Torwart ins Gedächtnis seiner Teamkollegen.

20:21 stand es auf einmal. Wir wehrten uns nochmals, und gingen bei 25:24 wieder in Führung.
Doch dann machten sich fehlende Fitness und möglicherweise auch der fehlende letzte Wille bemerkbar.
Die Moabiter wollten es mehr, taten alles für den Sieg und entschieden mit einem 6:0-Lauf in den letzten 10 Minuten das spannende Bezirksligaspiel für sich.
Mit leichter Ergebniskosmetik erreichten wir noch eine Schadensbegrenzung.
Das Kräfteverhältnis nicht ganz abbildend, endete das Spiel mit 27:30.

Insbesondere bei der Abwehrarbeit und dem Ausnutzen des Überzahlspiels konnten wir an diesem Sonntagvormittag viel lernen. Dazu kommt sicherlich die fehlende Abgeklärtheit in hitzigen Spielsituationen.
Das nehmen wir mit für den Rest unseres Saisonlaufes.
Letztenendes konnten wir die Gästen aus Moabit nur noch zu ihrer Leistung und den wichtigen 2 Punkten beglückwünschen.

TEIL 2

Nach der Woche der hängenden Köpfe ging es dann doch frohen Mutes in die alte Heimat von David Bowie und Iggy Pop, dem beschaulichen Schöneberg.

War das Hinspiel im heimischen ADK-Theater schon kein Spaziergang bei dem 29:25-Sieg, sollte uns ein noch engeres Spiel in der Geisbergstrasse erwarten.

Wie so oft in den letzten Jahren brachte die 4. Reserve des OSF vor der heimischen Kulisse eine deutlich gepimpte Version ihres Teams auf die Platte.
Bis Dato konnten nur die Spitzenreiter des Handball-Rudow IV hier doppelt punkten.

Um gleich von Beginn an klare Kante zu zeigen, hatte sich der Coach beim Skiurlaub im tschechischen Riesengebirge eine Abwehrvariante ausgeheckt, um die schöneberger Rückraumriesen zu bändigen.
Ob dieses taktische Finesse einfach zu raffiniert war für unsere Abwehr, oder unsere Spieler gedanklich zu schnell waren für diese Idee.
Man wird es nicht mehr herausfinden. Fakt ist, sie ging in die Hose.
3:8
Nachdem der Bär die beiden Spiele davor schon strauchelte, war das nochmal ein Schlag in die Magengrube.
Doch er richtete sich wieder auf.
Wir begannen Handball zu spielen, nutzten die teils eklatant großen Lücken in der Gastgeberverteidigung und schleichten uns wieder heran.
11:12
In den 5 Minuten vor dem Pausentee ließen wir uns jedoch mal wieder von der Hektik des Gegners anstecken, verwarfen klare Chancen und eröffneten den Außenspielern ungeahnt große Winkel.
Auch unser Torhüterpaar schien noch im Winterschlaf, und verpasste den notwendigen Wechsel.

Somit ging es mit einem 15:19 in die Pause.

Besserung gelobend ging es in die letzten 30 Minuten.
Nur irgendwie rollte der Stein immer wieder zurück, nachdem wir ihn hochhieften.
Die Konter und den schlaksigen aber dennoch beweglichen Mittelmann bekamen wir nicht unter Kontrolle.
Dazu kam, dass wir uns mal wieder mit unwichtigen Sachen beschäftigten.

Auf die Gefahr hin, 5 Euro ins Phrasenschwein werfen zu müssen, muss ich doch mal anmerken, dass es bei einem Teamsport auch mal wünschenswert wäre, wenn jeder seine Eitelkeiten in der stinkigen Sporttasche lässt, dem Mitspieler (und auch dem komischen Schiedsrichter) seine Macken lässt, und sich mannschaftsdienlich einsetzt.
17:24
21:28 nach ca. 45 Minuten.
Doch der Bär mutierte wieder zu einer Mannschaft.
Trotz des beträchtlichen Rückstandes gaben wir uns nicht mehr auf.
Über einen unermüdlichen Rotfuchs, der sein bis dato bestes Saisonspiel zeigte, „Air“-Jörg, der sich von letzter Woche erholt hatte, über das Traumwandlerische Zusammenspiel von Murat, Missi und Thommy bis hin zu unserem Südbrandenburger, der diesmal die entscheidenden Tore in der Endphase warf.
Es schnalzte wieder. Natürlich musste unser Torwart auch den einen oder anderen Konter halten, um nicht weiter dem Ergebnis hinterherzuhecheln. Dafür ist er aber auch da.

So stellten wir mit unserem letzten Treffer zum zweiten und letztem Mal auf Gleichstand. Wir hatten zwar sogar noch in den letzten Sekunden den Siegwurf in der Hand, das sei aber nur ein Randbemerkung.

Die Bären ziehen sich selbst aus dem nasskalten Sumpf.
Behalten zwar noch nasse Füße, aber gehen mit einem gutem Gefühl in die nächsten Aufgaben.
Die ersten 3 Plätze sind zwar noch in greifbarer Nähe, sollten uns jetzt aber erstmal nicht interessieren. 3 Spielen ohne Sieg gilt es jetzt Punkte sammeln.
Die nächste Chance gibt es am Sonntag um 11 Uhr im Glambecker Dom gegen die Nachbarn von SC Borussia Friedrichsfelde Handball.

Bis dahin
FESte Grüße von eurem Jesus! 

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