Bären erkämpfen sich einen unsauberen Punkt

Auswärtsspiel SG FES II gegen SG GM/BTSV 1850 I

Auch am letzten Wochenende sollte der Wohlklang des Vereinsliedes mal wieder nicht aus den FESten Kehlen erschallen.
Die Ursache dafür, nennt der versnobte Germanistikstudent in mir multifaktoriell.

Aber zuallererst mal zu den schmalen Vorbedingungen:
Unser Spielercoach gönnte sich in dieser Woche seinen verdienten Urlaub.
Das resultierte in eine einzige Trainingseinheit mit 7 Spielern, 1h Basketball, 20 Minuten Positionstraining und einem leeren Kasten.
Das reicht für eine halbgare Ferienbewegungstruppe, aber nicht für ein hartes Auswärtsspiel.
Dazu waren einige Spieler durch Krankheiten und unabsagbare Termine verhindert.

Der Gegner hatte zwar nur ein Punkt auf dem Konto, konnte aber am letzten Wochenende den ungeschlagenen Handball-Rudow IV gehörig ärgern und mit 27:28 an den Rand eines Punktverlustes bringen.
Alle studierten Berichte und Auswertungen früherer Zusammentreffen ergaben das mehr als eindeutige Fazit: Wehret den Halbspielern.
Eine Warnung, die mindestens bei einem Gegenspieler verhallte.

Ein weiteres schönes Detail war das Fehlen eines von dem HVB abgestellten Schiedsrichter. Mangels eigener Optionen mussten wir den gegnerischen Trainer als „Unparteiischen“ akzeptieren.
Dieser wurde unterstützt von einem Kampfgericht, dass schon bei Spielbeginn dem guten Hopfengeist aus dem selbstgestellten Fass in der Halle mehrfach gefrönt hatte.
Nicht, dass Solches bei uns noch nie passiert sein sollte. Aber es führte bei Schiedsrichteranwesenheit zumeist zu Ausschluss des Kampfgerichtes oder des Bieres vom Kampfgerichtstisch.
Keines von Beiden war diesmal die Folge. Schade.
Soviel zu den Vorbedingungen.

Nach einer kurzen Flickstunde am Tornetz für den Bärenkeeper begann das Bezirksligaspiel.
Über schlichtes Lückenspiel, kurze Pässe und Durchschlagskraft machten wir einfach Tore. Problem war nur, dass die Zentralberliner über ihre Halben ebenso zu leicht erspielten Toren kamen.
Die Konsequenz, Schrittschnelligkeit und Härte fehlten im Zweikampf, insbesondere gegen die Nr. 10 der Gastgeber.
Somit brauchte es 20 Minuten bis wir uns ein wenig absetzen konnten. Beim 12:10 wähnten wir uns auf dem richtigen Wege.

Doch einen Aufreger über einen nichtgeahndeten Wechselfehler der Gastgeber und eine berechtigte 2-Minutenstrafe gegen uns später war die Ordnung dahin.
Nur verbissene Bärenultras könnten die zaghafte doppelte Manndeckung als Ursache vorbringen für die nun folgenden Minuten.
Ein reger destruktiver Meinungsaustausch mit den Teamkollegen und dem Schiedsrichter ließen unseren Fokus weinend in die Ecke rennen. Der sollte dort eine Weile mit unsere Spielfreude um die Wette murmeln.

Ungenaue Pässe, schnelle Konter, Abwehrgeschenke, frei verworfene 100%er führten zu einem verdienten Halbzeitrückstand von 16:18. Nicht 24:26, wie das Kampfgericht es pflichtschuldigst bis zum Ende der Leiste ins Spielprotokoll einschrieb…

Michi musste nun Schwerstarbeit leisten, um das Team einmal im Kreis zu drehen, mit Kaltwasser übergiessen, aufs Neue ausrichten und an unsere Stärken zu erinnern.

In der zweiten Hälfte dauerte es, bis wir unseren Bärentritt wiederfanden.
Die Guts-Muthsler konnten sich sogar noch mehr absetzen bis zum 24:20;25:21.
Die Neutralität des sonst fairen Schiedsrichter schwankte etwas. Kann aber auch sein, dass wir einfach jeden Ball, den wir nicht versenkten, aufgrund von eigener Unfähigkeit und nicht wegen der Bedrängnis der gegnerischen Abwehrspieler unsauber verwerten konnten. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Oder eben neben unserer Spielfreude und dem Fokus in der Ecke.

Mindestens Eine von den Dreien fand sich dann doch wieder.
Trotz mittelgroßem Rückstand war zu merken, dass wir unseren Fokus und die dazugehörige Bärenmoral wieder mitspielen liessen.
Die Gastgeber gingen immer zaghafter in die Zweikämpfe, Konter wurden abgebrochen, und wir machten unsere Tore am Fließband.

Mit viel Langmut kämpften wir uns heran. Über dem schon erwähnten 24:26 10 Minuten vor Schluss und dem viel umjubelten 27:27 Ausgleich, brachen wir den Widerstand fast völlig.
Beim 30:29 führten wir 90 Sekunden vor Schluss das erste Mal nach Minuten wieder.
Leider krönte sich die Nr. 10 mit seinem 12. Treffer und dem letzten Ausgleichstreffer zum Retter für die Gastgeber.
Der letzte Angriff unsererseits wurde leider unterbrochen, und so gingen wir trotzdem glückselig mit einem errungenen Auswärtspunkt in die Schlusssirene.

Unnötige Diskussionen nach dem Abpfiff führten eine unrühmliche Tradition fort. Letztlich müssen wir aber zufrieden sein mit dem Ergebnis. Ein etwas cleverer Gegner mit einem glücklicheren Torwart hätte uns an diesem Tag bestimmt noch mehr Probleme gemacht.
Andererseits waren wir auch nicht gut vorbereitet, ersatzgeschwächt und zumindest von den Rahmenbedingungen her benachteiligt. Bei 8 von 10 Spielen in dieser Konstellation gewinnen wir jedoch.
Lassen wir die imaginäre Statistik beiseite.
Was zählt, ist das weiterhin ungeschlagene Bärenteam. Der zweite Platz bleibt unser Wohlfühlstandort, falls TSV Marienfelde Handball nicht mit 14 Toren gegen SG OSC-Schöneberg-Friedenau IV gewonnen hat.

Vielen Dank für die lautstarke Unterstützung der 3 Mädels und den beiden Ultras aus dem Piksablock!

Nun kommen wir zu dem letzten Faktor für die Sangesfreiheit an diesem Samstag.
Die, mit teuren Steuergeldern installierten, Duscheinheiten der Halle in der Lützowstrasse waren defekt. Somit stellten wir uns mit unserer Hopfenkaltschale in den frühherbstlichen Regen.
Dieses romantische Idyll genossen wir dann, ohne zu zucken.
Ein unsauberer Punkt wurde es trotzdem.
Bei dem nächsten Vorfall dieser Art, werde ich jedoch für einen trockenen Siegesruf plädieren.
Bis dahin, viel Erfolg bei der Reparatur!

Für die meisten Teams ist nun Herbstpause bis zum ersten Novemberwochenende.
Dank des selten so gut gepflegten grünen Tisches des HVBs, finden wir uns am nächsten Samstagabend in der Peter-Huchel-Arena gegen die zweite Vertretung der SG AC/Eintracht Berlin wieder.
Die 2. Runde des HVB-Pokals sollte Motivation genug sein, um diesem Lokalrivalen, egal mit welcher Überaschungstruppe er antritt, das Beste entgegenzuwerfen, das wir haben.

19:30 Uhr ist Anpfiff für unsere Mannen.
Wir würden uns sehr freuen über tatkräftigen Support!

FESTe Grüße von eurem Jesus!

 

gm1

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