Kobolde prallen an souveränen Bären ab

Heimspiel gegen TuS Hellersdorf Handball

Jetzt stell sich doch einer mal vor, wir hätten unser Heimspiel in der eigentlich geplanten Kyritzer Str. und damit im Bezirk des Gegners austragen müssen.
Unschön wäre das geworden. Das Spielergebnis wäre zwar das gleiche gewesen, aber eventuell noch mehr „Fachpublikum“ in der Halle hätte kaum ein vernünftig Ohr noch ertragen.
Wir durften jedoch nach bestimmt 3 Jahren Abstinenz mal wieder in unser kleinen aber feinen ADK-Hölle spielen. Wo es die Freudentränen, giftige Galle und kühle Bierspritzer der Fans von oben herab regnet, und das immer mit viel Verve.
Dort sollten wir am Freitagabend unserer Nemesis begegnen.
Im Hinspiel stark ersatzgeschwächt, liessen wir dort ordentlich Federn, kassierten mit 35 die meisten Gegentore in der gesamten Saison.
Dieses unschöne Erlebnis sollte diesmal ausradiert werden, und mit klirrender Schönschrift ein neue Errinnerung in die Historie dieser Derbys geschrieben werden.
Wir gingen mit voller Bank ins Spiel, auch wenn Jörg erst mit Anpfiff Platz nehmen konnte, jedoch voll motiviert und mit einer vollen Halle gesegnet, auch wenn 40 der 50 Zuschauer TuS-Supporter waren, ging es los.
Von der ersten Minute merkte man, dass die Gäste ausdem Hinspiel gelernt hatten, trotz 35:30 Sieg, dass man einen Missi nicht nochmal 16 Tore werfen lassen wollte.
Die Manndeckung nahm derjenige auch dankend an, ging in Richtung Kreis, um sich dann sofort wieder zu lösen und das erste Bärentor aus dem Rückraum zu erzielen. Ob sein Manndecker in diesem Moment über Sinn und Zweck des Daseins nochmal nachdachte, ist im Nachhinein für den Schreiber dieser Zeilen nicht mehr nachzuvollziehen.
Der Torjäger aus dem Hinspiel, blieb zwar gefährlich, war aber im weiteren Verlauf des Abends eher Passgeber, Torschütze. Das lag aber nicht an der konsquenten Manndeckung durch die Gäste, sondern an der unheimlichen Ausgeglichenheit von FES.
Die erste Hälfte sollte nach ersten Vorteilen für die Gastgeber doch sehr ausgeglichen ablaufen. Erst kurz vor Schluss konnte stand es mal 10:8, wurde aber noch durch Unachtsamkeit in der Abwehr gegen den einzig starken Individualspieler der Tussis auf 10:9 verkürzt zum Pausentee.
In der Pause beruhigten wir uns dann nochmal.
Der Gegner konnte nur mit viel Arbeit Tore gegen uns werfen, hatte sich unermüdlich ran gekämpft, war aber im Kontext des Spieles gesehen heute kein Monstrum.
Wir wollten weiterhin variabel vorne spielen, und hinten mit gesunder konsequenter Härte den zum allergrößten Teil sehr jungen Wilden von TuS weiterhin die Lust am Handball vermiesen.
So starteten wir dann auch aussergwöhnlich stark mit eine, 7:1 Run in die zweite Hälfte. Einfaches Abräumen in der Offensive, eine kompakte Deckung und ein Torhüter mit Haltelaune entschieden diese Spiel innerhalb von nichtmal 10 Minuten.
Danach war zwar viel Aufregung auf den Rängen und auf der Bank von Hellersdorf, in Richtung des Unparteiischen, der nach deren Ansicht viel häufiger als „nur“ 4 mal unsere Abwehrspieler auf die Bank hätte schicken sollen.
Natürlich sieht es etwas ruppiger aus, wenn gestandene Mittdreißiger einen 18-jährigen im Angriff stellen, jedoch ist es nunmal Männerhandball und wenn man sich das Spiel nochmal anschauen könnte in der Sport1-Mediathek, würde auch der/das eingefleischteste Hellersdorf-Anhänger und Trainerstabmitglied einsehen müssen, dass die Bären weder brutal, unfair noch irregulär verteidigten.
Es ist nicht nach meinem Gustus, gegnerische Vereine zu kritisieren. Nicht nach Niederlagen und auch nicht nach Siegen.
Die Emotionalitiät eines solchen Derbys bringt oft die eine oder andere Schattenseite in uns hervor.
Jedoch sind wir auch Vorbilder für unsere jüngeren Zuschauer und Spieler.
Wenn das Publikum mal den einer oder anderen verbalen Ausrutscher fabriziert, ist das nicht mehr als eine Randnotiz.
Wenn aber die Trainerin und ihre Mannschaftsbetreuer im deutlich erwachsenen Alter sich mehrere Male lautstark mit Kraftausdrücken in Richtung Schiedsrichter aber auch Richtung gegnerische Bank äussern, muss ich am Verantwortungsbewusstsein derjenigen Personen zweifeln, die einem Team aus 17-20- Jährigen nicht nur eine sportliche Richtung geben sollten.
Mir sei dieser Ausflug in Stilkritik erlaubt, da ich weiß wie stark die strukturelle Jugendarbeit bei unseren Nachbarn ist.
Man führt aber junge Menschen eben nicht nur indem man ihnen Körpertäuschungen beibringt, sondern auch mit respektvollem Umgang.
Das die Bank keine 2-Minuten-Strafen für ihre verbale Diarrhoe bekam, muss man dann doch dem Schiedsrichter als Fehler ankreiden, da es eine weitere Eskelation erst ermöglichte.
Im weiteren Spielverlauf konnten die Gäste zwar nochmal auf 3 Tore verkürzen, sollten aber dann auch mit offener Manndeckung keine weitere Verkürzung mehr erreichen.
Das Spiel ging mehr als verdient mit 21:17 für die Bären aus.
Erfeut über die gelungene Revanche gehen wir nun in eine 4-wöchige Spielpause. Spielpause ist aber auch für unsere Legastheniker im Team inhaltlich nicht mit Trainingspause zu verwechseln.
Wir haben noch 4 Spiele auf dem Plan, die wir alle reißen wollen.
Mit den seit dem Ajax Spiel gewonnen Spiel, wären dass dann 7 gewonnen Spiele.
Von diesen glorreichen Sieben haben wir jetzt schon 3 geholt.
Lasst uns daran arbeiten sie zu vollenden.
Am 10. April geht es dann bei SG TMBW III weiter.

Mit FESten Grüßen und dem Wunsch einer erfolgreichen Woche verabschiedet sich bis dahin euer Jesus!